Das Milchfett Fett ist nicht nur der größte Energiespeicher für den Körper, Fett schützt Organe vor mechanischem Druck, aber auch vor Kälte und Wärme. Außerdem ist Fett Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie vieler Aromastoffe, die Lebensmittel erst so richtig schmackhaft machen. Milchfett gilt als das am besten bekömmliche Nahrungsfett! In einem Milliliter Milch tummeln sich Milliarden winziger Fettkügelchen. Diese feine Verteilung eröffnet den Enzymen eine besonders hohe Angriffsfl äche. Die Folge: Fett ist im Nu verdaut. Verantwortlich dafür sind die kurzkettigen Fettsäuren.
Charakteristisch für die Zusammensetzung des Milchfetts ist auch der Gehalt an gesättigten Fettsäuren sowie der Ölsäure – eine wichtige einfach ungesättigte Fettsäure. Aufmerksame Konsumenten wird die Bezeichnung „CLA“(Conjugated Linoleic Acid) bekannt sein! Diese konjugierten Linolsäuren sind Fettsäuren, die im Milchfett vorkommen. Studien sagen ihnen mögliche gesundheitsfördernde Potentiale nach. Milch hat ihren eigenen Zucker. Die Laktose. Sie kommt nur in Milch und Milchprodukten vor, zu etwa 4,5–5 Prozent. Milchzucker ist etwas ganz Besonderes. Denn Milchzucker verbessert die Aufnahme von Kalzium und anderen Wirkstoffen aus dem Darm. Milchzucker sorgt für eine gesunde Darmfl ora. Laktose wird im oberen Verdauungstrakt nicht zur Gänze in seine zwei Bestandteile (Glukose und Galaktose) gespalten. So gelangen diese geringen Mengen in untere Dickdarmregionen, wo sie von Milchsäurebakterien zu Milchsäure (Laktat) abgebaut werden. Dadurch entwickelt sich ein saures Milieu, das das Wachstum unerwünschter Bakterien hemmt. Die Süßkraft der Laktose ist um zwei Drittel geringer als die der Saccharose (Haushaltszucker).
Die charakteristische milde, feine Süße trägt zum vollmundigen Geschmack von Milch und Milchprodukten bei. Beim Menschen dominiert die rechtsdrehende Form des Stoffwechsels. Diese Form kann mühelos abgebaut und verwertet werden. Die milde Säure hält den pH-Wert im Magen-Darm-Trakt konstant. Daraus ergibt sich ein Vorteil für das Gleichgewicht der Darmfl ora. Die Ausbreitung von Krankheitserregern wird gehemmt und die Schadstoffausscheidung gefördert. Die linksdrehende Milchsäure wird vorwiegend von Mikroorganismen gebildet. Man fi ndet sie in Jogurt, Käse oder Sauerkraut. Der Mensch baut auch diese Milchsäure ab, jedoch langsamer als die körpereigene Form. Für den gesunden Organismus spielt die Form der Milchsäure keine Rolle. In der Säuglingsernährung sollte aber bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres auf Sauermilchprodukte verzichtet werden, weil das Verdauungssystem noch nicht voll ausgereift ist.